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In der Veranstaltung, die eine Kombination aus Vorlesung, Übungen
und Praktikum ist, soll die Simulation und Optimierung physikalischer,
chemischer und biotechnologischer Prozesse mit Hilfe moderner
Simulationswerkzeuge praktisch erlernt werden. Behandelte Anwendungen
stammen aus der Mechanik (Robotik, Fahrzeugtechnik, Biomechanik), der
Luft- und Raumfahrt (Space Shuttle, Satelliten, Sonnensegel), der
Biologie und Biotechnologie (Pharmako- und Enzymkinetik, Bioreaktoren,
Wachstumsmodelle), und der Physikalischen Chemie (Reaktortechnik,
Schadstofftransport). Methodisch stehen Werkzeuge und
Programmbibliotheken für die Simulation nichtlinearer
gewöhnlicher und differential-algebraischer Gleichungen, die
Schätzung von Systemparametern, die Planung von Experimenten mit
optimalem Informationsgewinn und die optimale Auslegung und Steuerung
von Prozessen im Vordergrund. Schwerpunkt ist die praktische Anwendung
der Simulationswerkzeuge; der theoretische Hintergrund der Methoden
wird nur insoweit behandelt, als er hierfür notwendig ist. Die
theoretische Vertiefung kann in späteren Semestern in den
einschlägigen Vorlesungen über Numerik, Optimierung und
Modellierung erfolgen. Am Ende des Semesters sollen die Teilnehmer in
der Lage sein, z. B. die Fahrt eines PKW zu simulieren, einen
hitzeoptimalen Eintritt eines Space Shuttle in die Atmosphäre zu
berechnen, die Fahrweise eines biotechnischen Fermentationsreaktors zu
optimieren, informationsoptimale chemische Experimente zu entwerfen
und mit deren Hilfe unbekannte Parameter wie
z. B. Reaktionsgeschwindigkeiten zuverlässig zu
schätzen.
Die Vorlesung gilt als Lehrveranstaltung in
Angewandter Informatik. Sie ist geeignet als LV im Nebenfach
Informatik, z. B. in den Studiengängen Diplom-Mathematik und
Diplom-Physik, als LV im Hauptfach in den Studiengängen
Diplom-Mathematik mit Ausrichtung Wissenschaftliches Rechnen und
Bachelor Anwendungsorientierte Informatik, sowie als LV im Bachelor
Molekulare Biotechnologie. |